Aktionstag "Schulen für Afrika" in Braunschweig
Interview mit Hildegard Prätorius, von der UNICEF-Gruppe in Braunschweig
Juli 2010
Eine Schulstunde Afrika - mitten in Braunschweig
Wer in Braunschweig zur Schule geht, hat ziemlich sicher eine Ahnung davon, wie Kinder in Afrika lernen. Denn regelmäßig ist die UNICEF-Arbeitsgruppe Braunschweig mit der "Schule in der Kiste" in den örtlichen Klassenzimmern unterwegs. Das Thema Bildung ist wichtig, das liegt auch daran, dass Hildegard Prätorius seit 5 Jahren dabei ist - es ist eines ihrer "Lieblingsthemen". Hildegard Prätorius leitet heute die Braunschweiger UNICEF-Gruppe. Zum UNICEF-Aktionstag „Schulen für Afrika“ am 16. Juni haben sie und ihre Gruppe eine afrikanische Schulstunde sogar in die Fußgängerzone verlegt. Wir haben bei ihr nachgefragt.
UNICEF: Welche Aktion hat sich die UNICEF-Gruppe Braunschweig ausgedacht?
H. Prätorius: Wir haben eine afrikanische Schulstunde mitten in der Innenstadt durchgeführt. Blechdosen dienten als Sitzgelegenheiten. Eine Landkarte und eine Tafel waren das Unterrichtsmaterial. Zwei afrikanische Studentinnen haben vom Schulalltag in ihren Heimatländern erzählt, wir haben ihre Sprachen geübt und landestypische Lieder gesungen. Insgesamt haben wir 60 Kinder an diesem Tag unterrichtet. Das Spielerische kam auch nicht zu kurz: Beim Tischfußball konnte jeder eine Runde "kickern". Eine Trommelgruppe sorgte mit ihren Rhythmen für gute Stimmung. Darüber hinaus haben wir natürlich die umstehenden Passanten angesprochen und fleißig Unterschriften für die Aktion "Gib ab! Deine Stimme für Schulen für Afrika" gesammelt.
UNICEF: Sind schon weitere Aktionen im Rahmen der Kampagne "Schulen für Afrika" geplant?
H. Prätorius: Am 16. September gibt es einen Aktionstag "Kinder einer Welt" in einer Schule hier in Braunschweig. Ich werde zum Thema "Recht auf Bildung und Schulen für Afrika" in einer Klasse einige Stunden unterrichten. Es ist immer toll zu sehen, wie die Kinder dieses Thema aufnehmen. Sie sind oft erstaunt, mit wie wenig Material in afrikanischen Schulen gearbeitet wird. Ein Kind war mal ganz überrascht, dass ihr Schulranzen fast so viel gekostet hat wie eine „Schule in der Kiste“ und dass damit ca. 40 Kinder unterrichtet werden können.
UNICEF: Was ist das Besondere an der Kampagne "Schulen für Afrika"?
H. Prätorius: So lange viele Kinder in Afrika nicht lesen und schreiben können, wird es keinen Fortschritt geben. Und wie man sieht, kann man auch mit ganz einfachen Mitteln lernen. Das Thema Bildung ist dort mindestens so wichtig wie hier.

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