Schulen für Afrika

Aktionstag "Schulen für Afrika" in Ingolstadt

Interview mit Christine Seehofer, Leiterin der UNICEF-Gruppe in Ingolstadt

Juli 2010

Gott ist ein Fußballfan – zumindest in Ingolstadt

In Ingolstadt ist UNICEF eine Institution: 50 bis 60 Personen engagieren sich als fester Stamm der UNICEF-Arbeitsgruppe Ingolstadt und auch zwei Hochschulgruppen machen sich für die Rechte von Kindern weltweit stark. Darauf ist Christine Seehofer stolz. Der Leiterin der Ingolstädter Gruppe ist es ungeheuer wichtig, gerade junge Leute für UNICEF zu begeistern. Das hat sie auch bei ihrer Tochter geschafft: Die ist von klein auf dabei und leitet heute an der Ludwig-Maximilians-Universität in München die UNICEF-Arbeitsgruppe. 20 Jahre lang widmet sich Christine Seehofer schon der Bildung und den Rechten für Kinder auf der ganzen Welt. Zum Aktionstag "Schulen für Afrika" konnten sie und ihre Gruppe all ihre Kreativität zeigen. Wir haben mit Christine Seehofer  gesprochen.

UNICEF Schreibblock "Gib deine Stimme ab"

UNICEF: Wie haben Sie im Rückblick die Fußball-WM für ihre Aktionen nutzen können?
Chr. Seehofer: Die Weltmeisterschaft in Südafrika war ein toller Anknüpfungspunkt für "Schulen für Afrika". Wir hatten eine gemeinsame Aktion mit dem lokalen Fußballverein FC 04 Ingolstadt. Beim Public Viewing auf dem Rathausplatz haben wir zu allen Deutschland-Spielen eine Info- und Unterschriftenaktion zur Kampagne "Gib ab! Deine Stimme für Schulen für Afrika" veranstaltet. Kinder der Fußballschule haben gemeinsam mit uns Unterschriften im Publikum gesammelt und gleichzeitig über die Kampagne informiert. Der Moderator hat unsere Aktion angekündigt und der UNICEF-Spot "Gib ab" mit Oliver Bierhoff und Eva Padberg lief über die Leinwand. So haben wir viele Menschen erreicht.

Kreativ gestaltete Schulstühle für den Aktionstag "Schulen für Afrika"

UNICEF: Wie hat die UNICEF-Arbeitsgruppe Ingolstadt den Aktionstag am 16. Juni gestaltet?
Chr. Seehofer: Am UNICEF-Aktionstag haben wir 30 Schulstühle zu verschiedenen Stellen gebracht, zu Kindergärten, Schulen und Unternehmen. Die Stühle wurden dort gestaltet, bemalt, geschmückt oder beschriftet - da waren unglaublich kreative Ideen dabei. Ein Kindergarten hat ein wunderschönes Gebet auf den Stuhl geschrieben mit dem Tenor: Gott ist ein Fußballfan, da er die Erde als Kugel geschaffen habe, wir sollten alle eine große Mannschaft sein. Die Stühle kann man in einer Ausstellung in der Sparkasse bewundern, und wir planen weitere Aktionen mit ihnen.

Der Oberbürgermeister am Aktionsstand der UNICEF-Gruppe Ingolstadt.

UNICEF: Was passierte in der Innenstadt?
Chr. Seehofer: In der Stadt haben wir mit etwa 20 bis 30 Helfern Aktionen gemacht. Viel Aufmerksamkeit gab es für den Bau einer kleinen Schule aus einfachen Holzpaletten und Ytong-Steinen. Die Kinder konnten einen Riesenstuhl mit Fingerfarben bemalen. Auch der Oberbürgermeister als Schirmherr der Aktion hat uns toll unterstützt. Es gab eine Ansprache und auch er hat fleißig Unterschriften gesammelt. Da wir viele Lehrerinnen in unserer Gruppe haben, unterstützen uns auch viele Schulklassen. Am Aktionstag hat eine Klasse afrikanische Lieder gesungen und mit Trommeln Musik gemacht. Die Passanten haben super reagiert, wir sind mit vielen ins Gespräch gekommen und haben viele Unterschriften gesammelt. Geld sammeln ist wichtig, aber auch die Information ist immer von sehr großer Bedeutung!

UNICEF: Welche Rolle spielt Bildung als Thema in Ihrer Gruppe und für Sie persönlich?
Chr. Seehofer: Bildung spielt eine sehr, sehr große Rolle. Ich bin der Meinung, dass sie der Grundstein für jede positive Entwicklung ist. Seit ich bei UNICEF bin, ist Bildung das wichtigste Thema für mich. Durch Bildung verändert sich am meisten: Wenn man lesen und schreiben kann, kann man sich viel besser selber helfen und hat die Chance auf ein gutes Leben.

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