Schulen für Afrika

Aktionstag "Schulen für Afrika" in Potsdam

Interview mit Nicole Kautz, Leiterin der UNICEF-Gruppe in Potsdam

Juli 2010

Togolesisch lernen - unterm Brandenburger Tor

Man muss nicht erst weit reisen: Am 16. Juni war auch in Potsdam ein großes Stück Afrika zu finden. Düfte von afrikanischem Essen und afrikanische Töne zogen ums Brandenburger Tor. Zum Aktionstag "Schulen für Afrika" hatte die Potsdamer UNICEF-Arbeitsgruppe einiges auf die Beine gestellt. Denn das ganze Jahr 2010 steht im Zeichen von Bildung und "Schulen für Afrika", wie Nicole Kautz, die Leiterin der Potsdamer Gruppe, sagt. Als sie vor 10 Jahren anfing, sich bei UNICEF zu engagieren, studierte sie noch. Heute ist sie Mutter einer dreijährigen Tochter, und die Rechte von Kindern sind ihr noch wichtiger geworden. Entsprechend engagiert sind Nicole Kautz und ihre Gruppe dabei: Es war unglaublich viel los in Potsdam – wie uns Nicole Kautz erzählt.

Die Trommelgruppe spielt afrikanische Rhythmen

UNICEF: Wie ist der 16. Juni 2010 in Potsdam abgelaufen?
N. Kautz: Wir haben den Tag gemeinsam mit dem Verein "Bildung für Balanka e.V." gestaltet, der sich ebenfalls für die Förderung von Schulbildung einsetzt. Wir hatten eine große Aktionsfläche vor dem Brandenburger Tor in Potsdam. Es gab einen Infostand, der die Leute über die Bildungssituation im südlichen Afrika aufklärte. Kinder konnten Fußbälle selbst basteln, und zwar so, wie es viele Kinder in Afrika machen: Mit Zeitungspapier und Bindfaden. An einer Torwand konnten die Kinder ihre Bälle direkt ausprobieren, das war natürlich was ganz anderes als mit einem "richtigen" Ball... Am Stand konnte eine afrikanische Mahlzeit probiert werden, ein traditionell gekochtes Hähnchen-Reis-Gericht. Der Potsdamer Künstler Martin Mehlitz war mit einer Mal-Aktion dabei. Die Kinder haben mit ihm afrikanische Tiere auf Leinwänden gemalt. Aber nicht mit normalen Farben, sondern mit verschiedensten Materialien, wie etwa afrikanischer Erde. Wir haben uns sehr gefreut, dass Ms. Bagayoko Fatimata Ba, die stellvertretende Botschafterin von Mali, den Aktionstag bereicherte und ein Projektland des Bildungsprogrammes "Schulen für Afrika" repräsentierte.

Die Trommelgruppe spielt afrikanische Rhythmen

UNICEF: Sie haben mit den Schulkindern auch afrikanischen Unterricht veranstaltet?
N. Kautz: Im Laufe des Vormittags fand mehrmals eine afrikanische Schulstunde statt. Die Kinder saßen mit Kissen auf dem Boden, es gab eine kleine Schiefertafel. Den Unterricht hielt die Leiterin des Vereins "Bildung für Balanka e.V.", Frau Koko N´Diabi Affo-Tenin, auf togolesisch, es wurden dabei Lieder und Begrüßungsrituale gelernt. Im Vorfeld hatten wir bereits Schulen zur Thematik und dem Aktionstag angesprochen, die "Ludwig-Renn"-Grundschule aus Potsdam/Eiche hatte sich sogar in einer Projektwoche zuvor mit der Arbeit von UNICEF beschäftigt. Die 4. und 5.-Klässler haben Collagen erstellt, die auch am Aktionstag ausgestellt waren. Die erstellten Collagen waren sehr ausdrucksstark und beeindruckend! Die Trommelgruppe der Grundschule bereicherte den Aktionstag musikalisch. Kinder und Interessierte erhielten die Möglichkeit, das Trommeln selbst auszuprobieren.

UNICEF: Wie ist Ihr Fazit, und wie geht es weiter?
N. Kautz: Wir hatten sowohl in der Lokalpresse als auch vor Ort eine tolle Resonanz und haben neben Unterschriften viel Aufmerksamkeit für unsere Arbeit erhalten. Die Mühe im Vorfeld hat sich definitiv gelohnt! Jetzt möchten wir die Collagen und Leinwände im Kongresshotel Potsdam, wo sich unser Büro befindet, ausstellen. Aktuell wird die Ausstellung zu „Schulen für Afrika“ gezeigt. Wir arbeiten regelmäßig mit Schulen zusammen und werden oft von Schulen zu bestimmten bildungspolitischen Themen hinzugezogen und angesprochen. Die Arbeit mit Kindern ist wunderbar: Sie sind vorurteilsfrei, neugierig und möchten eine Menge über andere Kinder und ihr Leben erfahren. Wir sind mit 14 Mitgliedern eine sehr kleine und gemischte UNICEF-Gruppe, die sich vom Schüler bis zum Rentner und ihren differenzierten beruflichen Erfahrungen sehr bunt zusammensetzt. Aber dennoch sind wir eine sehr aktive Gruppe.

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