Schulen für Afrika

Ein Platz in der Schule für jedes Kind

Fakten zum Thema Grundbildung

Jedes Kind hat das Recht auf eine gute Bildung. Das legt die Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen fest. So gut wie alle Staaten der Welt haben sich dazu bekannt und mit den Millenniumszielen im Jahr 2000 unter anderem beschlossen, dass bis zum Jahr 2015 jedes Kind die Chance haben soll, zumindest die Grundschule zu besuchen und auch abzuschließen.

UNICEF und viele Partner haben dazu beigetragen, dass die Einschulungsrate weltweit gestiegen ist. Heute gehen weltweit 85 von 100 Kindern zur Schule. Zum Vergleich: In den 1960er Jahren waren es nur 50 von 100.

Die aktuellen Berechnungen der Vereinten Nationen zeigen jedoch: Das Millenniumsziel, allen Kindern eine Grundschulbildung zu ermöglichen, wird verfehlt, wenn die Regierungen ihre Anstrengungen nicht rasch verstärken und deutlich mehr Mittel zum Ausbau der Grundbildung bereit stellen. Weltweit sind derzeit etwa 72 Millionen Kinder nicht eingeschult. Rechnet man die Kinder hinzu, die formal in der Schule sein müssten, aus verschiedenen Gründen aber den Unterricht nicht besuchen können, liegt die Zahl bei bis zu 101 Millionen.

Nach Berechnungen der Vereinten Nationen fehlen jährlich etwa 16 Milliarden US-Dollar, damit jedes Kind einen Platz in der Grundschule hat. Deshalb müssen sowohl die Geber- als auch die Entwicklungsländer jetzt umso dringender in Bildung für Kinder investieren. Deutschland muss dabei eine internationale Vorreiterrolle spielen. Gemäß seiner Wirtschaftskraft steht Deutschland in der Verantwortung, einen größeren Beitrag zu leisten als bislang.

Etwa jedes zweite der weltweit nicht eingeschulten Kinder lebt in Afrika. Südlich der Sahara geht noch immer jedes dritte Kind nicht zur Schule. Insgesamt sind das rund 45,5 Millionen Kinder, denen ihr Recht auf Bildung verwehrt wird. Die meisten dieser Mädchen und Jungen leben auf dem Land. Viele Eltern sind selbst Analphabeten, es gibt kaum Schulen und gut ausgebildete Lehrer. Ohne Bildung haben diese Kinder auch kaum eine Chance, der Armut zu entkommen.

Fakten und Zahlen

Forderungen von UNICEF Deutschland an die Bundesregierung:

  1. In Bildung investieren!
    Die Bundesregierung soll ihr Versprechen einlösen und 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens in Entwicklungshilfe investieren. Sie muss deutlich mehr für den Ausbau der Grundbildung für Kinder in besonders benachteiligten Ländern bereitstellen.
  2. Bildung bei den Staatschefs zum Top-Thema machen!
    Die Bundesregierung soll sich bei den G8 und G-20-Staaten dafür einsetzen, dass alle Geberländer gemeinsam 16 Milliarden US-Dollar pro Jahr für Grundbildung aufbringen. Deutschlands gerechter Anteil liegt bei mindestens 777 Millionen US-Dollar* im Jahr. Das ist weniger als die Bundesbürger in einem halben Jahr für Video- und Computerspiele ausgeben. Nur so können endlich alle Kinder die Grundschule besuchen und abschließen.
  3. Gemeinsam mit Afrikas Regierungen für Grundbildung!
    Die Bundesregierung soll das Thema Bildung im Dialog mit den Partnerländern in der Afrikanischen Union ganz oben auf die Tagesordnung setzen. Die Regierungen sollen gemeinsam für jedes Kind den Zugang zu Bildung sicherstellen, für genügend Schulen und guten Unterricht sorgen.
  4. Über Afrika informieren!
    Kinder in Deutschland müssen im Schulunterricht mehr über die Situation der Kinder in den Entwicklungsländern erfahren. Entwicklungspolitische Bildung und Kinderrechte gehören verpflichtend in alle Lehrpläne ab der Grundschule.

* Nach den Zahlen des Weltbildungsberichts 2010 könnte der Beitrag, den Deutschland leisten sollte, höher ausfallen. Demnach ist der Finanzierungsbedarf für weltweite Grundbildung im Vergleich zu 2007 um fast die Hälfte gestiegen.

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Projektpartner

  • Hamburger Gesellschaft
  • Nelson Mandela Foundation
  • UNICEF

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