Fragen und Antworten zu Mädchenbildung
UNICEF unterstützt mit dem neuen Schwerpunkt der Kampagne besonders Projekte zur Mädchen- und Frauenbildung. Warum werden die Mädchen besonders gefördert?
Mädchen und Frauen werden durch die traditionellen gesellschaftlichen Strukturen oft benachteiligt und brauchen speziellen Schutz und besondere Förderung. Zum Beispiel gehen meistens die Männer arbeiten, während die Frauen zu Hause bleiben und die Kinder versorgen. Sie sind dann finanziell abhängig von ihren Männern und gezwungen, bei ihnen zu bleiben, auch wenn sie schlecht behandelt werden.
Besonders beim Schulbesuch stehen Mädchen noch immer zurück. Traditionell müssen sie oft schon früh mitarbeiten, beim Kochen, Wasserholen und Beaufsichtigen der jüngeren Geschwister helfen. Immer noch gehen 37 Prozent der Mädchen im südlichen Afrika nicht zur Schule. In vielen Projektländern sind die Einschulungsraten für Mädchen und Jungen zwar enorm gestiegen. In Malawi zum Beispiel schließt jedoch nicht einmal jedes sechste Mädchen die acht Jahre Grundschule auch tatsächlich ab. Vor allem wenn sie in die Pubertät kommen, gehen viele der Mädchen nicht mehr zur Schule. Es ist ihnen unangenehm, dass es in den Schulen häufig keine Latrinen für sie gibt und sie hinter einen Busch gehen müssen. Auch die oft sehr weiten Schulwege führen dazu, dass Eltern ihre Töchter nur ungern in die Schule schicken.
Warum legt UNICEF so viel Wert auf Grundbildung, besonders bei Mädchen?
Alle Kinder haben das Recht auf Bildung. Das garantiert ihnen die UN-Kinderrechtskonvention. Grundbildung ist für Millionen Kinder aus armen Familien die einzigeChance, einem Teufelskreis aus Armut und Ausbeutung zu entkommen. Von Investitionen in die Grundbildung profitiert zunächst vor allem die arme Bevölkerung. Untersuchungen belegen, dass aber auch insgesamt keine Entwicklungsinvestition nachhaltiger wirkt als die Grundbildung.
- Studien zeigen, dass Länder, die in die Bildung ihrer Bevölkerung investieren, damit oft erst eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung möglich machen. Kleinbauern mit Grundschulbildung beispielsweise wirtschaften nachweislich produktiver als solche, die nicht zur Schule gegangen sind.
- Besonders wichtig ist Grundbildung für Mädchen und Frauen. Die Säuglings- und Kindersterblichkeitsrateist im Durchschnitt umso geringer, je höher der Bildungsgrad der Mutter ist.
- Bildung bremst das Bevölkerungswachstum: Frauen mit Schulbildung heiraten meist späterund bekommen weniger Kinder.
- Durch Bildung kann Leben gerettet werden: Jedes Jahr sterben etwa 8,8 Millionen Kinder unter fünf Jahren an den Folgen vermeidbarer Krankheiten. Jeden Tag stecken sich 1.000 Kinder unter 15 Jahren mit dem HI-Virus an. Der wirksamste Schutz gegen die HIV-Infektion und viele Krankheiten sind Aufklärung und Information. Viele junge Menschen wissen nicht, wie sie sich vor einer Ansteckung schützen können. Auffallend ist, dass das Wissen über die Aids-Gefahr bei Mädchen meist noch geringer ist als bei Jungen. Dies ist auch Folge der Benachteiligung von Mädchen beim Schulbesuch.
- Grundbildung ist von entscheidender Bedeutung, wenn es um den Schutz vor Kinderarbeit oder sexueller Ausbeutung geht. Denn Bildung gibt Kindern eher die Chance, sich gegen Ausbeutung zur Wehr zu setzen. So können sie in vielen Fällen lebensgefährlicher Arbeit entgehen. Mädchen mit Schulbildung sind selbstbewusster und damit weniger gefährdet, misshandelt, sexuell missbraucht oder ausgebeutet zu werden.
Was kann ich tun, um mehr Kindern eine Grundbildung zu ermöglichen und besonders die Mädchen zu unterstützen?
Um den Forderungen von UNICEF an die deutsche Regierung Nachdruck zu verleihen und sie zum Handeln zu bewegen, können Sie die Kampagne mit Ihrer Stimme und Ihrer Unterschrift unterstützen. Fordern Sie gemeinsam mit UNICEF und vielen anderen Menschen in Deutschland die Regierung auf, sich mehr für die Bildung in Entwicklungsländern zu engagieren und die Ressourcen für die Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen! Geben Sie Ihre Stimme ab unter Gib deine Stimme ab.
Sie können die Kampagne „Schulen für Afrika“ und die UNICEF-Arbeit für Bildung auch mit Spenden unterstützen. Schon ein kleiner Betrag kann eine große Wirkung haben: Das Schulmaterial für ein Kind kostet durchschnittlich fünf Euro. 25 Euro reichen aus, um eine Bank und einen Tisch für ein Kind in einer afrikanischen Schule bereitzustellen. Jetzt spenden

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