Schulen für Afrika

„Alle Menschen sind Brüder“

Da war er bereits auf dem Weg, auf dem er auch heute noch seinen Träumen folgt. Da hatte
sich der behütete Reeder-Sohn von seinen Ängsten gelöst, hatte das kindliche Stottern ebenso abgestreift wie die Sanftmut. „Wenn Du an etwas glaubst, was Dir wichtig ist, dann versuche mit aller Kraft, mit Deiner ganzen Persönlichkeit, dies auch zu verwirklichen“, hatte der Vater ihn immer bestärkt. Der Vater, der ihm jetzt die Flugblätter wegnahm, mit denen Peter Krämer seine Mitschüler zum ersten Hamburger Schulstreik aufrufen wollte. „Das machte nichts, ich kannte den Text ja und habe ihn einfach persönlich vorgetragen.“ Es war die Zeit der Versammlungen und Demonstrationen, und Peter Krämer war als Schüler und auch später als Student zum Aktivisten geworden, zum 68-er.

Peter Krämer und Nick Alipui

In New York unterzeichneten Peter Krämer und Nick Alipui, UNICEF-Director for Private Fundraising and Partnerships, das Memorandum, mit dem „Schulen für Afrika“ in Phase 2 geht.

Journalist wollte er nach dem Abitur eigentlich werden, später Sozialarbeiter. Eine brotlose Kunst, erkannte der Kaufmannssohn und studierte dann doch Jura – auch als Vorbereitung auf eine Anstellung im väterlichen Unternehmen. Die kam schneller als geplant, und sie traf den jungen Mann mit dem Prädikatsexamen als Schicksalsschlag, riss ihn heraus aus dem neuen Kokon der studentischen Linken, in dem er sich eingerichtet hatte. Sein älterer Bruder, der eigentlich in der Familien-Reederei an die Seite des Vaters treten sollte, starb an Krebs. So wurde Peter Krämer gleichsam über Nacht zum Reeder. In einer Zeit, in der die Schifffahrtsmärkte weltweit in ihre bis dahin schwerste Krise taumelten.

Etwas zu ändern ist eine Herausforderung

Hat ihn die plötzliche Verantwortung verändert? Hat es ihn härter gemacht, dass er sich zur Rettung des Unternehmens mit einem fast brutalen Sanierungskonzept durchsetzen musste – auch gegen den Vater? Als härter würde er das nicht bezeichnen, antwortet Peter Krämer nach kurzem Nachdenken. „Wenn man erkennt, dass sich etwas ändern muss, weil man sonst in zwei Jahren zu machen muss, dann ist das eine Herausforderung. Und wenn man dann seinen Vater, der wirklich in allen Belangen übermächtig war, gegen sich hat und alle Manager und Angestellten, dann ist das nicht sehr einfach“, sagt er. Und fügt hinzu: „Hart würde ich das nicht nennen. Konsequent, das würde ich unterschreiben. Konsequent. Man muss ja, wenn man als Unternehmer erfolgreich sein will, zunächst einmal ökonomisch denken und auch handeln.“ Das hat Peter Krämer getan. Seit 1987 ist er alleiniger geschäftsführender Gesellschafter der Marine Service Gruppe, in der er die beiden ursprünglichen Unternehmen zusammengeführt hat. In den Folgejahren baute Peter Krämer das Unternehmen zu einer der führenden Tankschiffreedereien aus. Und mehrte mit dem Erfolg den eigenen Besitz.

Peter Krämer kann und will die Augen nicht verschließen

Peter Krämer hat den „silbernen Löffel“, mit dem er geboren wurde, längst vergoldet. Er ist ein wirklich reicher Mann geworden – und er genießt es. Er genießt den wirklich sehr guten Rotwein am Abend, er genießt es, im gemieteten Privatjet statt Linie zu fliegen, er genießt es, moderne Grafik zu sammeln. Und er genießt das Familienleben mit seiner Frau und den zwei Söhnen. Und doch kann und will Peter Krämer die Augen nicht schließen vor der Teilung der Welt in reich und arm. Er kann und will nicht wegsehen, sich nicht abwenden angesichts der Not hier bei uns in Deutschland, vor allem aber in der so genannten Dritten Welt. Die doch, so sein Wissen und sein Fühlen, zu seiner einen Welt gehört.

Das treibt ihn um, das weckt den Unternehmer in ihm. Im Wortsinn. Denn er unternimmt etwas. Da sind seine öffentlichen Kampagnen mit den ganzseitigen Zeitungsanzeigen, mit denen er gegen den Irak-Kritik protestiert oder die Bundesregierung auffordert, die Reichen stärker zu besteuern. Da ist die Peter Krämer Stiftung (ehemals „Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts e.V.“), die er mit einigen prominenten Mitstreitern gegründet hat, um seine politischen Aktivitäten zu bündeln. Vor allem aber ist da sein Engagement für die Not leidenden Kinder in Afrika, seine Aktion „Schulen für Afrika“.

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News & Infos

September 2011 "Schulen für Afrika" wirkt

Schon 5.5 Millionen Kinder haben dank der Kampagne einen guten Platz zum Lernen bekommen. Das ist die tolle Bilanz der ersten fünf Jahre. Mehr

Projektpartner

  • Hamburger Gesellschaft
  • Nelson Mandela Foundation
  • UNICEF

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