Christian Schneider auf Projektreise in Angola
Vier Tage lang besuchte Christian Schneider im Jahr 2009 UNICEF-Projekte für Kinder in Angola. Sieben Jahre nach dem Ende des jahrzehntelangen Bürgerkrieges können dort dank der UNICEF-Aktion „Schulen für Afrika“ viele Kinder wieder in die Schule gehen. Doch die Herausforderungen sind groß: Noch immer stirbt jedes sechste Kind in den ersten fünf Lebensjahren.
Christian Schneider ist seit dem 24. Juni 2010 Geschäftsführer von UNICEF Deutschland. Er ist bereits seit 1998 bei UNICEF. Als Leiter des Bereichs Kommunikation und Kinderrechte war er viel in UNICEF-Projektländern unterwegs.
Krasse Gegensätze prägen das Land – zwischen Wirtschaftsboom und Ölreichtum an der Küste und extremer Armut der meisten Menschen im Hinterland. Minen erschweren der armen Landbevölkerung den Neuanfang und sind für Kinder noch immer eine tödliche Gefahr. Bei dem Besuch der "Katepa"-Schule in Malanje lernte Christian Schneider Joana kennen. Der UNICEF-Geschäftsführer hat das kleine Mädchen auf dem Schulweg und im Unterricht begleitet.
Ein Platz in der Schule
Ein Platz in der Schule: Für Joana aus Angola schon Wirklichkeit. Für rund 45 Millionen Kinder im südlichen Afrika nur ein Traum. Jedes dritte Kind in der Region ist von Bildung ausgeschlossen. Und damit von der Chance, der Armut zu entkommen und sein Leben selbst zu bestimmen. Die Aktion „Schulen für Afrika“ trägt dazu bei, bis 2015 jedem Kind eine gute Grundbildung zu ermöglichen. 3,6 Millionen Kinder konnte UNICEF mit Hilfe vieler Spender in Deutschland schon erreichen. Sie können mithelfen, dass jedes Kind seinen Platz in der Schule bekommt.
"Katepa“-Schule
Der Alltag der Familie beginnt um sechs Uhr morgens, wenn Helena das Haus ausfegt und der Mutter schon ein bisschen bei der Hausarbeit hilft. Die kleine Joana lässt sich von ihrer Mutter das Kopftuch binden, das zu ihren Schätzen gehört wie das UNICEF-Schulheft, das sie stolz zur Schule trägt. Dann kann es losgehen. Joanas „Katepa“-Schule gehört zu den Projekten von „Schulen für Afrika“ in Angola. Zusammen mit dem Schulleiter und Franziskanerpater Evaristo Spengler und den angolanischen Schulbehörden arbeitet UNICEF daran, die „Katepa“ zu einer kinderfreundlichen Schule auszubauen, in der die Schüler sich wohl fühlen und erfolgreich lernen können.
Zwölf neue Klassenzimmer
Spenden aus Deutschland haben ermöglicht, dass Evaristo Spengler in Zusammenarbeit mit UNICEF inzwischen zwölf Klassenzimmer neu bauen oder instand setzen konnte. Auch die Wände für ein Sanitärhaus, in dem es getrennte Toiletten und Waschgelegenheiten für Jungen und Mädchen gibt, stehen schon. UNICEF geht es dabei immer darum, sowohl die lokalen Behörden wie auch die Eltern in die Verantwortungeinzubinden. Manuel Francisco, UNICEF-Leiter in Malanje, ist da hartnäckig: So endete bis vor kurzem die öffentliche Wasserleitung nur wenige hundert Meter vor dem Schulgelände. Immer wieder hat er die Behörden bedrängt, die Leitung zu verlängern. Jetzt endlich sprudelt an der Schule Trinkwasser – ein politischer Erfolg für Kinder zum Anfassen.
Auf dem Weg zur Schule
Florinda, Joanas Mutter, ist es sehr wichtig, dass alle ihre Kinder die Schule besuchen. „Wenn meine Kinder nicht in die Schule gingen, würde ich mir große Sorgen um ihre Zukunft machen“, sagt sie. Gegen sieben Uhr macht sich Joana mit ihren Geschwistern auf den Weg. Dann geht es kreuz und quer über die kleinen Gehöfte der Nachbarn, an roten Lehmhäusern vorbei und über schattige Wege hinunter zum Schulhof. Dort haben sich schon Hunderte Kinder fröhlich lärmend versammelt – insgesamt besuchen inzwischen 1.200 Schüler die „Katepa“. Pünktlich um 7.45 Uhr ist Schulbeginn, zum Auftakt wird Angolas Nationalhymne gesungen. Joana hat sich mit ihren Freunden und Freundinnen aufgestellt und wartet gespannt darauf, dass ihre Lehrerin Milagre Francisco sie ins Klassenzimmer ruft. Dann beginnt der Unterricht - für Joana ist es etwas Besonderes, jetzt endlich lernen zu können.

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