Schulstart in Angola
Ein Platz für Joana
Für Joana João Baptista ist jeder Schultag etwas Besonderes. Die Sechsjährige besucht die Vorschulklasse der Katepa Schule in der Provinzhauptstadt Malanje. Auch ihre beiden Schwestern, die achtjährige Julieta und die elfjährige Helena, sind Schülerinnen der Katepa.
Der Alltag der Familie Baptista beginnt um 6 Uhr morgens, wenn Helena das Haus ausfegt und der Mutter vor dem Unterricht noch ein bisschen bei der Hausarbeit hilft. Joana muss erst um halb sieben aufstehen, dann macht sie sich zusammen mit Helena für die Schule fertig. Zum Schluss lässt sie sich von ihrer Mutter das Kopftuch binden, das zu ihren Schätzen gehört wie das UNICEF-Schulheft, das sie jeden Tag stolz zur Schule trägt.
Joana hat Glück: UNICEF unterstützt ihre Schule mit Spendengeldern aus der „Aktion Schulen für Afrika“. Zusammen mit dem Franziskanerpater Evaristo Spengler und den angolanischen Schulbehörden arbeitet UNICEF daran, die Katepa zu einer kinderfreundlichen Schule auszubauen, in der die Schüler sich wohlfühlen und erfolgreich lernen können. Mithilfe deutscher Spenden wurden inzwischen zwölf Klassenzimmer neu gebaut oder instand gesetzt. Auch die Wände für ein kleines Sanitärhaus, in dem es bald getrennte Toiletten und Waschgelegenheiten für Jungen und Mädchen , stehen schon. UNICEF konnte auch die Behörden überzeugen, die Wasserleitung noch ein paar Hundert Meter bis zur Schule zu verlängern, damit die Kinder endlich sauberes Trinkwasser haben. Die Eltern helfen mit, zusätzliche Bäume zu pflanzen. So können die Kinder in den Pausen im Schatten spielen – auch das gehört zum Konzept einer „kinderfreundlichen Schule“ dazu.
Florinda, Joanas Mutter, ist es sehr wichtig, dass alle ihre Kinder zur Schule gehen, vom ältesten, Domingos, der jetzt 16 ist, bis zum jüngsten, Batista. Der hat allerdings noch ein paar Jahre Zeit, er ist gerade erst geboren. „Wenn meine Kinder nicht in die Schule gingen, würde ich mir große Sorgen um ihre Zukunft machen. Vielleicht würden sie später Probleme bekommen, vielleicht würden sie dann Diebe oder Bettler. Lernen ist wirklich das Wichtigste für die Zukunft meiner Kinder“, sagt Florinda entschlossen. Die junge Frau lebt die meiste Zeit mit ihren Kindern allein, denn Joanas Vater arbeitet als Grundschullehrer in einer anderen Stadt und kommt nur in den Ferien nach Hause.
Gegen 7 Uhr macht sich Joana mit ihren Geschwistern auf den Weg. Dann geht es kreuz und quer über die kleinen Gehöfte der Nachbarn, an roten Lehmhütten vorbei und über schattige Wege hinunter zum Schulhof, auf dem sich schon Hunderte Kinder fröhlich lärmend versammeln – insgesamt besuchen inzwischen 1200 Schüler die Katepa.
Pünktlich um 7.45 Uhr ist Schulbeginn, zum Auftakt wird Angolas Nationalhymne gespielt. Joana hat sich mit ihren Freunden und Freundinnen aufgestellt und wartet ganz gespannt darauf, dass ihre Lehrerin Milagre Francisco sie in das Klassenzimmer ruft.
UNICEF hat an Joanas Schule zwölf Klassenzimmer instand gesetzt oder neu gebaut – mithilfe von Spendern aus Deutschland. UNICEF schult auch die Lehrer. So soll der Unterricht lebensnäher und das Schulleben „kinderfreundlicher“ werden.
Quelle: UNICEF
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