Schulen für Afrika

Das macht eine Müttergruppe...

Im Herbst 2010 hat eine Gruppe von UNICEF-Mitarbeitern Projektschulen in Malawi besucht. Aus der Kamsuzi Schule berichtet Karina Hoevener, die die Reisegruppe begleitet hat, von einer Müttergruppe mit Nachahmungswert.

Foto: UNICEF

Lincy Kumwenda heißt die Leiterin einer Gruppe von 30 Müttern – ihre Kinder gehen alle auf die Kamsuzi Schule. Vor allem die Ausbildung ihrer Töchter liegt ihnen am Herzen – seit einer Schulung von UNICEF sind die Gründe klarer geworden, warum gerade Mädchen nicht in die Schule gehen: Schuld ist meist die Mahlzeit der Familie. Schuld sind aber auch die fehlenden Mädchentoiletten. In sehr vielen Familien gibt es einmal am Tag eine Schale Maisbrei, für die Herstellung wird Getreide und Feuerholz gebraucht - alles Dinge, die gerade die Mädchen besorgen müssen. Fehlende Mädchentoiletten halten Mädchen davon ab in die Schule zu gehen, da sie keinen sicheren Ort haben, an den sie vor allem auch während ihrer Menstruation gehen können.

Mit einer Einmalzahlung von UNICEF, 30.000 Kwacha (etwa 140 Euro), kaufte die Müttergruppe Mais und Soja. Damit stellen sie den Brei für die Schulkinder her. Außerdem wurden Latrinen gekauft und gebaut. Das Geld, das übrig blieb, investierte die Müttergruppe in weiteres Getreide, aus dem sie Backwaren für den Markt herstellten. So haben sie auch gleichzeitig ein kleines „Unternehmen“ gegründet, denn die Erlöse fließen in die Schulspeisung, die damit langfristig finanziert werden kann. Zusätzlich veranstaltet die ganze Gemeinschaft „Fundraising“-Events, in denen sie z. B. Mais sammeln. Jetzt plant die Müttergruppe einen Garten, in dem sie Mais und Soja anbauen können.

Der Tagesplan der Mütter ist dicht: Um fünf Uhr morgens gehen zwei Mütter in das Haus der Schulleiterin, um Feuer zu machen. Das Holz haben sie am Tage zuvor gesammelt. Um elf Uhr muss das Essen fertig sein. Vier große Tontöpfe voll gibt es zu Essen. Neben der Schulspeisung überzeugen die Mütter auch andere Eltern im Dorf, ihre Kinder in die Schule zu schicken. Die Mütter haben gute Argumente: dass ein Mädchen mit Schulbildung für die Nation und die Dörfer sehr nützlich ist. Das Mädchen lernt wichtige Dinge zu Ernährung und Gesundheit und kann später besser zum Familieneinkommen beitragen.

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Projektpartner

  • Hamburger Gesellschaft
  • Nelson Mandela Foundation
  • UNICEF

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