Schulen für Afrika

Mali - Trinkwasser für Schulen (Teil 2)

Ganz oben auf der Wunschliste der Schüler-Regierung steht die Wiedereinführung einer Schulspeisung. Sie ist für viele der Kinder sehr wichtig, weil sie aus armen Familien kommen. Mit Hilfe von UNICEF haben die Eltern eine Kantine gebaut. Das Essen wurde zunächst vom Welternährungsprogramm gestiftet, in der Hoffnung, dass später die Gemeinde dazu beiträgt. Aber die Gemeinde konnte die Kosten nicht tragen, jetzt gibt es kein Schulessen mehr. "Wenn wir an der Schule Essen austeilen könnten, hätten wir viel mehr Schüler, etwa 500, schätze ich", sagt Direktor Koné. Da stimmt Adama sofort ein. "Ich wohne in der Nähe und kann mittags nach Hause gehen. Aber viele Kinder können das nicht, und die bekommen dann den ganzen Tag nichts zu essen."

Armut beeinflusst die Bildungschancen der Kinder in vielerlei Hinsicht. Manche Eltern haben kein Geld, um Stifte und Hefte zu kaufen. Deshalb hat jeder Schüler an der Grundschule in Mougna von UNICEF einen blauen Rucksack mit Stiften, Füllern, Linealen und anderen Dingen bekommen. "Die Rucksäcke motivieren die Kinder", sagt Direktor Koné. "Alle gehen sehr sorgfältig damit um."

196 Mädchen und 208 Jungen gehen zurzeit in die Grundschule von Mougna. Ein besonderes Anliegen der Schule ist es, behinderten Kindern die Teilnahme am Unterricht zu ermöglichen. In einem Kurs von UNICEF haben Mitglieder des Schulbeirats gelernt, wie man Schüler mit Handicap erfolgreich integrieren kann. Souleyman Traore, Mitglied der Schulbehörde in Mougna, hat so ein Lehrer-Training geleitet. Er sagt, dass sich dadurch in der Region viel verändert hat. In der Grundschule von Mougna konnten drei Kinder mit unterschiedlichen Behinderungen erfolgreich integriert werden. "Die Lehrer haben gelernt, sie auf andere Weise zu beurteilen, ohne klassische Prüfungen zu machen. Sie besuchen die Kinder auch regelmäßig zu Hause, vor allem, wenn sie in der Schule fehlen sollten."

Schüler geben Nachhilfeuntericht. Foto: UNICEF/Pirozzi

Diakaridia lernt nicht so schnell wie die anderen. Deshalb hilft ihm eine Mitschülerin beim Lesen.

Der zwölfjährige Diakaridia ist eines dieser drei Kinder. Er ist geistig behindert, nachdem er vor vier Jahren an Malaria erkrankte. Die Schule hält engen Kontakt mit seinem Vater. Daouda Konda hatte sich immer gewünscht, dass sein Sohn Unterricht bekommt und lernen kann. "Auch wenn er nicht so ist wie die anderen, kann er vieles begreifen", sagt er. Diakaridia lächelt schüchtern. Er braucht etwas Ermunterung, bevor er spricht. "Ich lerne gern. Denn ich möchte einmal dasselbe machen wie mein Vater", sagt er dann. "Er wechselt die Batterien in den Autos."

Die Schülerregierung sorgt dafür, dass niemand Mitschüler mit Behinderung beleidigt, ausschließt oder angreift. "Sie sollen sich aufgehoben fühlen in unserer Schule, denn sie sind ein Teil unserer Gemeinschaft" sagt Adama. Und welche Träume hat der "Premierminister" für sich ganz persönlich? Adama antwortet, ohne eine Sekunde zu zögern: "Nach meinen Erfahrungen als Premierminister bin ich mir ganz sicher: Ich möchte später Lehrer werden."

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September 2011 "Schulen für Afrika" wirkt

Schon 5.5 Millionen Kinder haben dank der Kampagne einen guten Platz zum Lernen bekommen. Das ist die tolle Bilanz der ersten fünf Jahre. Mehr

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  • Hamburger Gesellschaft
  • Nelson Mandela Foundation
  • UNICEF

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