Brücken bauen in eine bessere Zukunft
Technik begeistert Mädchen in Südafrika
Khanyisiles Geschichte
Khanyisile Mokele hat ein Vorbild: Ihren Onkel, den Ingenieur, der eine Brücke über eine Autobahn gebaut hat. „Ich will meine eigene Brücke entwerfen“, sagt das technikbegeisterte junge Mädchen. Undeine solche Zukunft ist für die Südafrikanerin gar nicht mehr so fern. Denn sie kann zur Schule gehen -eine Situation, die für Kinder weltweit noch nicht selbstverständlich ist. Vor allem im Afrika südlich der Sahara gehen bis heute rund 45 Millionen Kinder nicht zur Schule, Mädchen häufiger als Jungen. Und Khanyisile hat noch mehr Glück gehabt: Ihre Schule hat sie für das Programm „Techno Girls“ ausgewählt. Initiiert von UNICEF, der südafrikanischen Regierung und einiger lokaler privater Unternehmen unterstützt das Projekt begabte Mädchen dabei, im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich Fuß zu fassen, Praktika, eine Ausbildung und schließlich einen Beruf zu bekommen. Denn Mädchen in technischen Berufen sind in Südafrika die Ausnahme – wie überall auf der Welt.
Doch was in Industrienationen vornehmlich ein gesellschaftliches Thema ist, kann in Entwicklungsländern zum existentiellen Problem werden. In Südafrika sind laut einer Studie Mädchen bei Mathematik, Naturwissenschaften und Technologie im Vergleich zu Jungen stark im Rückstand. Ein Gefälle, das Zukunftschancen und wirtschaftliche Eigenständigkeit von Frauen stark beschränkt, wennnicht verbaut. Laut dem „MasterCard Worldwide Index of Women´s Advancement Index“ steigt dassozio-ökonomische Ungleichgewicht zwischen südafrikanischen Männer und Frauen sogar. Dieehrgeizige Khanyisile bestätigt alle Ausnahmen. Ihr und anderen Mädchen eröffnet „Techno Girls“ eineganz andere Zukunft: Bis 2013 sollen 8000 technisch begabte 15 bis 18jährige aus benachteiligten Regionen Südafrikas durch das Programm Karrierechancen im technischen Bereich bekommen. Und noch etwas lernen die Mädchen: Selbstbewusstsein. Wer Khanyisile kennenlernt, glaubt kaum, dass sie einmal introvertiert war. „Khanyisile musste in ihrem Praktikum oft Referate halten“, erzählt ihr Vater Thabo Mokele, „sie hat an sich gearbeitet und ihre Schüchternheit überwunden.“
Khanyisile hat sich für ein Studium beworben: Ingenieurwesen an der University of Technology in Tshwane. Sie wurde angenommen, nur ihre Leistungen müssen so gut bleiben. Und dafür arbeitet die 18-jährige hart. Das junge Mädchen hat aber auch Rückhalt: Eltern, die den Wert von Bildung erkannt haben. Khanyisiles Mutter Nomjama macht gerade eine Ausbildung zur Krankenschwester. Sie holt nach, was in ihrer Jugend nicht möglich war - bei sich und ihrer Tochter. „Ich habe Khanyisile immer gedrängt, hart zu arbeiten. Und wenn ich lernen musste, haben wir es zusammen getan“, sagt sie. Von ihrem Vater Thabo hat Khanyisile ihr technisches Interesse. „Ich freue mich, dass meine Tochter in meine Fußstapfen tritt“, sagt der Mathematik-Lehrer. Vater und Mutter Mokele stammen aus wirtschaftlich schwachen Familien, sie haben sich hochgearbeitet – aus einem Leben in einer Garage in Soweto zu einem eigenen kleinen Haus. Und so könnte auch der Traum von Khanyislies Brücke wahr werden - mit Symbolgehalt: „Eine Brücke bringt die Welt näher zusammen“, findet Khanyisile.
Prominente Unterstützung von Sabine Christiansen
„Bildung für Mädchen ist die beste Investition in die Zukunft eines Landes. Helfen Sie mit, damit Mädchen eine gerechte Chance erhalten. Jede Stimme zählt – unterstützen Sie unsere Kampagne im Internet auf www.schulenfuerafrika.de.“
Sabine Christiansen, UNICEF-Botschafterin
Zur Sonderseite Starke Mädchen - starke Frauen

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