Über uns > Projektpartner > Peter Krämer 1/2 > 

Peter Krämer, Initiator  der Kampagne „Schulen für Afrika“, im Gespräch

„Alle Menschen sind Brüder“

Hamburg – Peter Krämer sieht nicht aus wie ein Träumer. Und der erfolgreiche Hamburger Reeder ist auch gewiss kein Träumer. Auf die Frage aber, wie er sich selbst beschreiben würde, antwortet der 59-Jährige: „Vielleicht: Ein Erwachsener, der sich seine Träume, die Träume eines Kindes, erhalten hat.“

Peter Krämer wuchs im familiären Wohlstand der „besseren Gesellschaft“ auf, die in Hamburg traditionell aus Kaufleuten und Reedern besteht. Sein Vater hatte 1958 die „Marine Service GmbH“ und die „Chemikalien Seetransport GmbH“ gegründet, die Geschäfte liefen, Peter und sein älterer Bruder hatten, so erinnert sich Peter Krämer heute, „eine traumhafte Kindheit“. Aber wovon träumt so ein Kind, das bei der Mutter alle Liebe erfährt, die es einfordert? Ein eher ängstlicher, sanfter Junge, der von seinem Vater gestärkt und bestärkt wird, wenn es gilt, die eigenen Schwächen zu überwinden? Träumte er damals davon, was er später einmal werden wollte? „Nein, überhaupt nicht“, sagt Peter Krämer und lächelt aus seinem Ledersessel heraus. Der steht in einem eher kleinen Büro an prominenter Stelle in der Hamburger HafenCity, ein Ausweichquartier, bis die bei einem Brand zerstörten eigenen Firmenräume wieder bezogen werden. „Ich konnte mir damals ’später’ gar nicht vorstellen. Ich lebte so in dem Kokon der Familie, im Gefühl, behütet zu sein, ich konnte mir gar nicht vorstellen, wegzugehen, woanders zu sein.“

Doch ’später’ kam, unweigerlich, wie bei allen kleinen Kindern, die groß werden. Manchmal als Aha-Erlebnis. Peter Krämer war elf Jahre alt, als er 1962 miterlebte, wie sein älterer Bruder und sein Vater über die Spiegel-Affäre stritten. „Die haben sich richtig gefetzt“, erinnert er sich. Der Vater, politisch konservativ, hielt die Verhaftung von Rudolf Augstein für geboten, der Bruder pochte auf die im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit – Peter wollte es genauer wissen. „So wurde ich mit elf Jahren einer der eher jüngeren Spiegel-Leser Deutschlands und bin Spiegel-Leser bis zum heutigen Tag geblieben.“

Ein neuer Weg tat sich dem Jungen auf. Ein Weg hinaus in eine Welt, die sehr viel anders war als sein behütetes, wohlhabendes Elternhaus. Eine Welt, die Träume von einer besseren Welt zuließ. Träume, denen Peter Krämer heute noch nachhängt. Mit dem Unterschied, dass er mit 59 Jahren persönlich so selbstbewusst und geschäftlich so erfolgreich ist, dass er diese Träume in Wirklichkeit umsetzt. „Es ist das, was Schiller in seiner ’Ode an die Freude’ ausgedrückt hat: ’Alle Menschen werden Brüder’. Oder sind Brüder“, bringt Peter Krämer seinen Traum auf den Punkt.

Zu den Informationen aus der Außenwelt, die der Heranwachsende den Medien entnahm, musste allerdings erst noch eine menschliche Begegnung treten, musste Peter Krämer noch seinem „Lehrer“ begegnen, um den eigenen Weg zu finden. Als er die 9. Klasse des Walddörfer-Gymnasiums in Hamburg-Volksdorf besuchte, traf Peter Krämer dort den Deutschlehrer Niels Kempe. „Dieser Mann hat im Grunde mein Denken, Handeln, mein Leben entscheidend geprägt“ – ein Satz, wie in den roten Klinker des von Fritz Schumacher errichteten Schulbaus gemeißelt. „Niels Kempe hat uns die Fragen nach dem Sinn des Lebens gestellt, er hat uns mit der Gottesfrage konfrontiert“, erinnert sich Peter Krämer an die entscheidenden Erweckungserlebnisse seiner Jugendzeit. Erweckung, die ihn allerdings nicht zur Religion, sondern zunächst zu den französischen Existentialisten Sartre und Camus und dann in die politische Aktion führten. Denn es war derselbe Deutschlehrer, der seine Schüler damals ermutigte, sich in der SMV, der Schüler-Mitverantwortung, und politisch zu engagieren. Die Zeit war reif, amerikanische Soldaten kämpften in Vietnam, die NPD zog in deutsche Landtage ein, und die erste Große Koalition verabschiedete im Mai 1968 die Notstandsgesetze. „Da habe ich dann bei einer Schulveranstaltung zum ersten Mal vor 1.500 Schülern, Eltern und Lehrern in der Aula unserer Schule gesprochen“, erinnert sich Peter Krämer.

1/2 - Fortsetzung auf der nächsten Seite

StudiVZ Weiterempfehlen

5 Fragen an...

Sehen Sie hier das ganze Interview von Caren Miosga mit Peter Krämer.

Schulen für Afrika

Schulen für Afrika

Ausgerechnet Afrika!

Mehr

Tilo Braune über "Schulen für Afrika"

Der Geschäftsführer der Hamburger Gesellschaft zur Förderung der Demokratie und des Völkerrechts spricht über das Engagement seines Vereins und seine letzte Projektreise nach Soweto mit dem Topmodel Eva Padberg.

Suche

UNICEF im Social Web

Begleiten Sie die Kampagne bei Facebook, Twitter & Co.

 

Ihre Website verlinken

Unterstützen Sie UNICEF mit
Bannern auf Ihrer Website.

Zum Bannercenter

 

Newsletter

Auf dem Laufenden bleiben und die Idee weitertragen.

Jetzt abonnieren

 

Projektpartner

Logo der UNICEF
Logo der Hamburger Gesellschaft
Logo der Nelson Mandela Foundation


UNICEF unterstützt

Logo One Goal
Copyright  2010  • ImpressumDatenschutz